Angst vor Rückführung

Informationen über die Lage der Roma im Kosovo

Kreis Lippe/Detmold. So manche Roma-Familie lebt in Lippe mit einer neuen Angst: sie sollen über kurz oder lang in ihr Herkunftsland Kosovo zurückkehren. Zur Lage der Roma im Kosovo findet am Dienstag, 15. Dezember, um 20 Uhr im Gemeindehaus am Markt in Detmold ein Hearing für alle Interessierten statt.

Mit dem Kosovo besteht seit kurzem eine Vereinbarung zur Rückübernahme auch von Roma und Ashkali, die als Flüchtlinge derzeit noch in Deutschland geduldet sind. Das inzwischen demokratische Land sei nun auch für Minderheiten sicher. Die Meldung kommt in einer Zeit, da sich Übergriffe auf Roma in Süd-Ost-Europa häufen. Auch das Kosovo macht hier keine Ausnahme. In Lippe haben etliche Familien Angst vor einer Rückkehr. Flüchtlingsunterstützer fordern, von einer erzwungenen Rückführung derzeit grundsätzlich abzurücken. Um sich ein genaueres Bild von den Verhältnissen im Kosovo zu machen, laden der Flüchtlingsbeauftragte der Lippischen Landeskirche, Pfarrer Dieter Bökemeier, und das Ökumenische Forum Flüchtlinge in Lippe zu einem öffentlichen Hearing über die Lage der Roma im Kosovo ein. Hierzu konnten zwei ausgewiesene Kenner der Materie gewonnen werden: Nicolaus von Holtey ist Beauftragter für die Beratung von Ashkali und Roma in der Freiburger Bistums-Stelle von pax christi. Der freie Korrespondent, Sozial- und Politikwissenschaftler Dr. Dirk Auer lebt seit 2006 in Sofia und beobachtet von dort aus die Entwicklung des Landes.

09.12.2009

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