Christsein – Salz oder Sahne?

Prominente Predigerin in Lemgo zu Gast – Indisches Festmahl für guten Zweck

Lemgo. „Christlicher Glaube braucht sich nicht zu verstecken, er darf es auch nicht!“ Das war ein Grundgedanke in der Predigt der Fernsehpfarrerin Oda-Gebbine Holze-Stäblein in der gut besuchten St. Nicolai-Kirche in Lemgo. Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen stand das Jesus-Wort „Ihr seid das Salz der Erde“.

Mehr als 50 Mal hat sie in der ARD „Das Wort zum Sonntag“ gesprochen, bis heute ist sie bundes-weit bekannt, und am Sonntag kam sie nun auf Einladung des Lippischen Freundeskreises der Goss-ner Mission nach Lippe, ins „Stammland der Gossner Mission", wie sie selbst sagte, um in St. Nico-lai in Lemgo zu predigen: Oda-Gebbine Holze-Stäblein. Hintergrund ihres Besuchs war die bundes-weite Kampagne „mission – um Gottes Willen der Welt zuliebe“. Diese Initiative verschiedener Missi-onswerke – darunter auch der Gossner Mission – will das Thema Weltmission wieder in den Blick evangelischer Christinnen und Christen rücken.

„Ihr seid das Salz der Erde“: Ursprünglich wurde diese Verheißung an eine Gruppe unbedeutender Menschen gerichtet. So wie Salz würzt und heilt, vor Zersetzung schützt, haltbar macht, reinigt und brennt, sollen nach Jesu Worten die Christen leben. Das gelte auch und besonders, so betonte Oda-Gebbine Holze-Stäblein, in der gegenwärtigen ökologischen und ökonomischen Situation. Dabei sei zu bedenken, dass Salz, im Gefäß verschlossen, klumpig und wirkungslos werde. Seine Wirkung er-weise sich aber da, wo es auch in kleinen Mengen verstreut wird.


Christen als „Salzleute“, so die prominente Predigerin, seien daher heute notwendiger denn je. Ihre Existenz in der Nachfolge Jesu könne, wenn auch unbeachtet und zahlenmäßig gering, der Welt Hoffnung und Zukunft geben. In dieser Hinsicht geschehe „Mission als Gottes gute Botschaft der Welt zuliebe“, wobei es selbstverständlich sei, dass sie heute im christlichen Umfeld nur als Angebot und ohne Diffamierung und ohne Gewalt durchgeführt werden könne.

Nach dem festlichen Gottesdienst, der von der Nicolai-Kantorei und von Gossner-Freunden mit ges-taltet wurde, stand ein Impulsgespräch an. In diesem wurden die vorgetragenen Gedanken unter der Moderation des lippischen Ökumenereferenten Tobias Treseler in einem großen interessierten Kreis vertieft und angeregt diskutiert, bevor die rund 50 Gäste an einem indischen Festmahl teil-nahmen. Für dieses Benefiz-Essen mit Reis und Linsen, Gemüse und Fleisch, Papier-Gebäck und Ingwertee hatten zuvor drei indische Helfer und Helferinnen tagelang geschnippelt und gekocht.

Der Erlös von mehr als 700 Euro, so Pastor Wolf-Dieter Schmelter, Sprecher des Lippischen Freun-deskreises, kommt der indischen Gossner Kirche für ihre ganzheitliche Missionsarbeit zugute. Diese umfasst sowohl Alphabetisierung, Schulungen in Landwirtschaft und Hygiene, den Umgang mit Geld als auch die Botschaft von der Liebe Gottes und der gleichen Würde aller Menschen.

Die viel beachtete Predigt von Oda-Gebbine Holze-Stäblein sowie die Thesen ihres anschließenden Impulsreferates können auf der Homepage der Gossner Mission heruntergeladen werden: www.gossner-mission.de

22.09.2009

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