Der Alltag in der Diakonie

Diakonisches Werk feiert 100-jähriges Jubiläum mit Festgottesdienst

Gestalteten den Festgottesdienst in der Erlöserkirche: Pfarrer Gerhard-Wilhelm Brand, Vorsitzender der Mitgliederversammlung und des Verwaltungsrates, Landesdiakoniepfarrerin Renate Niehaus, Pfarrer Klaus-Dieter Kottnik, Präsident des Diakonischen Werkes der EKD, sowie Pfarrer Burkhard Krebber,

Kreis Lippe/Detmold. Mit einem Festgottesdienst in der Erlöserkirche am Markt in Detmold hat das Diakonische Werk der Lippischen Landeskirche e.V. sein 100-jähriges Bestehen unter dem Titel: „Diakonie – das Alltagsgesicht unserer Kirche“ gefeiert. Mitarbeitende des DW nahmen die rund 300 Besucher in der Erlöserkirche mit auf eine Reise durch ihre Arbeitsalltage, in denen oft die Zeit fehlt – „beispielhaft für die Tagesabläufe in der Diakonie, die manchmal länger sind als von 8 bis 16 Uhr“, sagte Landesdiakoniepfarrerin Renate Niehaus zum Auftakt.

Und so erfuhren die Menschen in der Kirche etwas vom Alltag im Evangelischen Beratungszentrum, indem Pastorin Jutta Ehlebracht-Krause erzählt, wie sie manchmal von morgens halb neun bis abends 19 Uhr  Menschen berät: junge Frauen, denen die Nähe zum eigenen Kind fehlt, Ehepaare, die streiten, Suizidgefährdete oder auch Trauernde, die einen nahestehenden Menschen bei einem Unfall verloren haben. Oder vom Alltag von Ulrike Rabelt, Leiterin des evangelischen Kindergartens Bad Salzuflen-Ahmsen, die über Kinder trösten, vermitteln, mit Eltern sprechen, Abläufe planen und Telefonanfragen manchmal das Gefühl hat, „viel zu wenig Zeit zu haben, um alle Dinge, die anfallen, zufriedenstellend zu erledigen.“ Oder aus dem Alltag von Bettina Thielsch von der Sozialpädagogischen Familienhilfe, die in Lippe Familien und Alleinerziehende, die ihren Alltag nicht alleine bewältigen können, begleitet. Kraft für ihre Arbeit gebe dabei allen Dreien immer wieder das Innehalten und die Besinnung auf Gott.

„Die Nächstenliebe ist eine unendliche Aufgabe, mit der keiner jemals dem anderen gegenüber quitt sein kann“, stellte Klaus-Dieter Kottnik, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in seiner Predigt fest. Doch „dass Leid und Schmerz aufhören können, ist eine Erfahrung, die wir in der Diakonie oft machen“, so Kottnik weiter: „Wo sich das ereignet, begegnet uns Christus schon jetzt.“ Kottnik wies außerdem darauf hin, dass auch Brot für die Welt ein Jubiläum feiert: die Aktion besteht seit 50 Jahren: „Für uns in der Diakonie gehen Nächstenliebe und Einsatz für gerechte Strukturen in der Nähe und der Ferne zusammen“.

Mit Grußworten von Dr. Moritz Linzbach, Vorstandsmitglied im neugegründeten Dachverband Diakonie „Rheinland-Westfalen-Lippe“, Landrat Friedel Heuwinkel, Elisabeth Montag von der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände im Kreis Lippe und Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann sowie dem anschließenden Empfang in der Stadthalle ging der gelungene festliche Abend zu Ende. Für den musikalischen Rahmen sorgten der Hausmusikkreis Linde der Stiftung Eben-Ezer und das Klarinettenensemble der Johannes-Brahms- Musikschule.

Vom 5. bis zum 7. Dezember stellt das Diakonische Werk Teile seiner Arbeit auf dem Adventsmarkt im Freilichtmuseum Detmold vor. Außerdem sind auf der Internetseite www.diakonie-lippe.de ein Jahr lang 100 Haupt- und Ehrenamtliche zu sehen – stellvertretend für die vielen Menschen, die überall in Lippe für Diakonie aktiv sind.

02.12.2008

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