Haushalt der Landeskirche beschlossen

Dr. Arno Schilberg: Finanzkrise mit Auswirkungen auf Kirchensteuererwartungen

Kreis Lippe/Lemgo. Die Lippische Landessynode hat den Haushalt für die Lippische Landeskirche 2009 beschlossen. Er hat ein Volumen von rund 38 Millionen Euro.

Die Landeskirche erwartet im kommenden Jahr rund 29 Millionen Euro Einnahmen aus der Kirchensteuer, diese Schätzung liegt unter den geschätzten Einnahmen 2008 (rund 30 Mio. Euro). Das tatsächliche Aufkommen 2007 lag bei fast 31 Mio. Euro. Dr. Arno Schilberg: „Im vergangenen Jahr haben wir ein Kirchensteueraufkommen vereinnahmen können, das weit über unseren Erwartungen lag, das betraf die Lippische Landeskirche wie auch die anderen evangelischen und römisch-katholischen Kirchen.“ Auch zurzeit sei der Trend der Kirchensteuereinnahmen positiv. Dennoch müsse, um den Haushalt 2009 auszugleichen, erneut auf die Rücklagen zurückgegriffen werden, in Höhe von 800.000 Euro. Die Rücklagenentnahmen seien vor allem notwendig, um den zwei großen Zahlungsverpflichtungen Versorgungssicherung und Clearingendabrechnungen* nachzukommen.

Die Rahmenbedingungen der Kirchen haben sich – so Schilberg –im Laufe der Jahrzehnte unter anderem durch demographische Faktoren (*1) und Rückgang der Kirchensteuereinnahmen verändert. Vor wenigen Monaten habe man dennoch wegen Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosenquote verhalten optimistisch in die Zukunft geschaut. Dies sei nun angesichts der Finanzkrise anders: „Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum schnellten von 2,5% für 2008 rapide auf einen Wert mit einer Null vor dem Komma herunter und inzwischen befinden wir uns schon in einer Rezession – mit entsprechenden Auswirkungen auf unsere Kirchensteuererwartungen.“ Weitere Überlegungen und Konzepte für die künftige kirchliche Arbeit seien notwendig.


*Clearing: Verrechnungsverfahren innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland, weil die Kirchensteuer eines Arbeitnehmers nicht am Wohnsitz - z.B. Detmold - sondern am Sitz des Betriebes des Arbeitgebers - z.B. Düsseldorf - abgeführt wird.  

*1 Laut Prognose der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird sich bei Fortschreibung der bisherigen Trends die Mitgliederzahl bis 2030 um ein Drittel verringern und die Finanzkraft halbieren.

25.11.2008

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