Christenverfolgung in Indien bleibt Thema

Politiker antworten auf Protestbrief aus Lippe

Die Christenverfolgungen in Indien "sind auch in den neuesten Konsultationen zwischen Indien und Deutschland ein Thema von Gewicht". Dies versicherte der lippisch-ostwestfälische Bundestagsabgeordnete Jürgen Hermann (CDU) in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Indien-Ausschusses und Sprecher des Lippischen Freundeskreises der Gossner Mission, Wolf-Dieter Schmelter. Auch die Abgeordneten von SPD und FDP sagten Schmelter, der Reaktionen der deutschen Politik auf die Vorgänge in Indien eingefordert hatte, ihre Unterstützung zu.

 

Auf die wiederholten Menschenrechtsverletzungen in Indien hatte Schmelter in Briefen an die Bundestagsabgeordneten seiner Heimatregion hingewiesen und diese gleichzeitig darum gebeten, bei der Bundesregierung vorstellig zu werden und diese zu ersuchen, gegenüber der indischen Regierung die Wiederherstellung der zivilen Ordnung und der Rechtssicherheit sowie die Geltung der Menschenrechte im Bundesstaat Orissa dringend anzumahnen. Im August und September war es zum zweiten Mal nach Weihnachten 2007 zu brutalen Gewaltakten gegen Christen in Indien gekommen. Betroffen waren vor allem die Menschen im nordöstlichen Bundesstaat Orissa, wo es auch eine Diözese der ev.-luth. Gossner Kirche gibt, die von vielen Kirchengemeinden in Lippe sowie der lippischen Landeskirche unterstützt wird.

 

In ihren Antwortschreiben bekräftigten die Bundestagsabgeordneten, dass "das universelle Menschenrecht auf freie Religionsausübung unteilbar" ist, so Gudrun Knopp, Bundestagsabgeordnete der FDP aus Bielefeld. Dirk Becker (SPD), Detmold, betonte, dass sich der Bundestagsausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe im Oktober mit der Thematik beschäftigt habe.

 

Jürgen Hermann (CDU) aus Höxter bekräftigte, dass "die Dringlichkeit der Problematik" von allen Seiten geteilt werde. In einem Bericht des Auswärtigen Amtes werde zudem darauf hingewiesen, dass sich Günter Nooke, der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, mit dem katholischen Bischof in Orissa zu einem Gespräch getroffen habe und sich über die Vorfälle habe unterrichten lassen.

 

Sowohl die Gossner Mission als auch amnesty international rufen dazu auf, in Briefen an Bundestagsabgeordnete, an die indische Botschaft in Berlin oder direkt an die Regierung des Staates Orissa die Einhaltung der Menschenrechte in Indien zu fordern. Modellbriefe sind abrufbar unter: www.gossner-mission.de.

14.11.2008

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