Heimat in der Christusbegegnung

Prof. Dr. Paul-Gerhard Klumbies zu Gast beim Lippischen Bibeltag

Dieter und Heidrun Kernchen von der Lippischen Bibelgesellschaft (rechts) informierten am Büchertisch über die Vielfalt der verschiedenen Bibelausgaben.

Kreis Lippe/Lage. „Heimat wird dort zur Heimat, wo ich Christus begegne.“ Nach den Worten von Dr. Paul-Gerhard Klumbies, Professor für Biblische Wissenschaften an der Universität Kassel, überwinden „Begegnungen mit Christus“ nationale, kulturelle und soziale Grenzen. Christusbegegnungen seien jederzeit und überall möglich.
Klumbies sprach am Sonntag, 26. Oktober, auf dem Bibeltag der Lippischen Bibelgesellschaft in der evangelisch-lutherischen Heilig-Geist-Kirche in Lage. Im Mittelpunkt stand das Jahresthema der Lippischen Landeskirche „Fremde.Heimat.Lippe“.

Unter dem Titel „Aufbrechen und Christus begegnen - Der Ort der Christusbegegnung nach Markus 16, 1-8“ näherte sich  Prof. Klumbies dem Thema aus theologisch-bibelwissenschaftlicher Sicht. Das etwa 40 Jahre nach Jesu Tod im Jahr 70 geschriebene Markus-Evangelium sei kein faktenorientierter Bericht, so Klumbies, sondern „theologische Literatur“, mit der der Evangelist seine Zeitgenossen und deren Nachfahren zur Stellungnahme herausgefordert habe. Die Schrift schildere Gottesoffenbarungen und Auferweckungsbekenntnisse als Gebote. Ein Engel berichte den drei am leeren Grab Jesu versammelten Frauen, dass sie Jesus „nicht hier“ sehen würden. Sie sollten nach Galiläa, also in ihre Heimat, zurückkehren. Dort würden sie Christus zukünftig begegnen. Prof. Klumbies: „Über die Tatsächlichkeit der Auferweckungsbotschaft wird nicht am leeren Grab Jesu, sondern an anderer Stelle und zu späterer Zeit entschieden.“

Das Markus-Evangelium als älteste Evangelienschrift habe den Frühchristen Hinweise gegeben, wie der „heilsame Sinn der Kreuzigungskatastrophe“ zu begreifen sei. Mit der Auferstehung habe Gott „das menschliche Scheitern Jesu“ aufgehoben, sagte Prof. Klumbies. Jesu Tod sei nicht das Ende, sondern „der Beginn eines neuen Schöpfungshandelns.“ Auch nach Jesu Tod könnten Glaubende darauf vertrauen, Christusbegegnungen zu erfahren – jederzeit und überall.

Pfarrer Burkhard Krebber, stellvertretender Vorsitzender der Lippischen Bibelgesellschaft, dankte Paul-Gerhard Klumbies für den theologischen Vortrag, der verdeutlicht habe, wie lohnenswert das aufmerksame und auch wiederholte Lesen der Bibel sei. Es sei eine wichtige Aufgabe, für eine nachhaltige Bibellektüre einzutreten.

Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann als Vorsitzender der Bibelgesellschaft sowie Lages Gemeindepfarrer und Vorstandsmitglied Lars Kirchhof hatten zuvor den Bibeltag eröffnet und auf aktuelle Projekte der Bibelgesellschaft hingewiesen: die Unterstützung von Bibelübersetzungen in afrikanische Sprachen und die Bibelverbreitung in den entsprechenden Regionen.

Der Vortrag von Prof. Dr. Paul-Gerhard Klumbies in der Heilig-Geist-Kirche wurde musikalisch umrahmt vom Posaunenchor der ev.-luth. Kirchengemeinde Lage. Ein Bücherstand mit einer repräsentativen Bibelausgaben-Vielfalt komplettierte das Angebot des Bibeltages.

28.10.2008

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