Glaube anschaulich

Pfarrer Fred Niemeyer Beauftragter für Erlebnisausstellung Credoweg

Erlebnisausstellung Credoweg

Kreis Lippe/Lemgo-Lieme. Die Lippische Landeskirche hat eine neue Beauftragung vergeben: Pfarrer Fred Niemeyer ist ab sofort der landeskirchliche Beauftragte für den „Credoweg“, eine Erlebnisausstellung, die von Menschen in Lippe entwickelt worden ist. Auf dem 2. ökumenischen Kirchentag im Mai in Lemgo erwies sich die Ausstellung bereits als Publikumsmagnet.

Fred Niemeyer, der Credoweg, was ist das?

Das ist eine mobile Ausstellung mit Erlebnisstationen. Die Exponate sind so gestaltet, dass Glaube „anschaulich“ und „begreifbar“ werden kann. An den Stationen wird die Lust der Besuchenden am Experimentieren angesprochen. Sie können ihre religiösen Einstellungen und Erfahrungen aus ungewöhnlicher Sicht hinterfragen, sich damit auseinandersetzen und eine neue Wahrnehmung erproben.

Können Sie Beispiele für Stationen des Credowegs nennen?

Es beginn mit einem Zelt und drei Eingängen. Die Besucher müssen sich entscheiden. Je nachdem welchen Zugang sie wählen, finden sie einen unterschiedlichen Impuls. An einer anderen Stelle steht neben einer Kiste ein Schild: Suchet, so werdet ihr finden. Da muss man reinfassen und fühlen. Oder ein Tisch, an dem Skulpturen verschiedener Menschen versammelt sind. Jede erzählt ihre Geschichte, warum sie an diesem Tisch sitzt. Ein Stuhl ist frei. Wer mag, kann sich dazusetzen und etwas zu sich selbst hören … Im Internet gibt es weitere Beispiele und Fotos: www.credoweg.de.

Ist der Credoweg etwas Einmaliges, oder gibt es andere ähnliche Beispiele?

Manche kennen vielleicht das Bibelmuseum in Frankfurt oder das Bibeldorf in Rietberg. In manchen Gemeinden werden so genannte Ostergärten aufgebaut. Auch da geht es immer um sinnliche Zugänge zur Bibel und zum Glauben. Das Besondere am Credoweg ist, dass „das Glauben“ selbst thematisiert wird.

Wer hat das Projekt ins Leben gerufen?

Die Idee reift schon über mehrere Jahre in meinem Kopf. Seit 2006 gibt es ein Team von Ehrenamtlichen aus ganz unterschiedlichen Berufs- und Erfahrungsfeldern. Uns verbindet der Wunsch, Menschen zu einem selbstständigen Glauben zu ermutigen. Niemand soll bevormundet werden. Aber es braucht Impulse und Ermutigungen, um selbst weiter zu kommen.

Was wollen Sie damit bewirken?

Für viele Menschen sind Sprache und Praxis des christlichen Glaubens missverständlich oder unverständlich geworden. Viele denken zum Beispiel, „ich glaube“ bedeutet, ich halte etwas Unwahrscheinliches für wahr, obwohl man es nicht beweisen kann. Der Credoweg möchte einen anderen Zugang zum Glauben öffnen und fragt, warum und wie Menschen glauben.

Welche Erfahrungen machen Sie mit dem Credoweg?

Wir erleben Menschen, die staunen, lachen, konzentriert zuhören und dann auf uns zukommen und von ihren Erfahrungen erzählen. Darüber freuen wir uns sehr. Zum Kirchentag in Lemgo haben wir auch Fragebögen an die Besuchenden verteilt. Aus allen Altersgruppen von unter zehn bis über siebzig haben wir Rückmeldungen bekommen und ausgewertet. 82% haben angegeben, dass sie den Credoweg weiterempfehlen können.

Wo kann ich den Credoweg sehen und ausprobieren?

Derzeit suchen wir eine geeignete Ausstellungsfläche in Lippe für das Frühjahr 2009.Geplant ist außerdem ein kleiner Laden mit fünf Stationen, die immer mal wechseln. Sie bieten Besuchsgruppen einen Einstieg in unterschiedliche Themen des Glaubens.

Wir hoffen, dass wir weitere Menschen finden, die uns mit ihrer Zeit, ihren Ideen und auch mit Geld unterstützen. Auch dazu gibt es auf unserer Internetseite Informationen.

www.credoweg.de

01.10.2008

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