„Kirche, Kaffee, Konzert…“

Eröffnung des 3. Lippischen Orgelsommers in Silixen

Auftakt des Lippischen Orgelsommers in Silixen: mit Willi Schirrmacher, Kirchenrat Andreas-Christian Tübler, Pfarrer Michael Stadermann und Friedrich Brakemeier, Vorsitzender des Lippischen Heimatbundes. (von links)

Extertal-Silixen. Die Kirche gehört ins Dorf und fast immer gehört auch eine Orgel dazu. Über die Geschichte der Kirchengebäude Heimatgeschichte zu vermitteln und als weiteren Anreiz für die Besucher noch ein gutes Konzert anzubieten - das war die Idee des Lippischen Heimatbundes. Ein Kulturpaket, das als „Lippischer Orgelsommer“ immer mehr Besucher anzieht.

„Die Orgel ist die Königin der Musikinstrumente, aber ich meine, es wird ihr viel zu wenig gehuldigt“, erklärte Friedrich Brakemeier zur Eröffnung des 3. Orgelsommers am Sonntag in der voll besetzten Silixer Kirche. In den Sommerferien ist das, zumindest in Lippe, anders. Sechs Orgelkonzerte, sechs Kirchen, sechs Sonntage – sechs mal „Nahrung für Geist, Körper und Seele“, wie Kirchenrat Andreas Tübler vom Mitveranstalter Lippische Landeskirche es formulierte. „Eine wunderbare Idee, die der Heimatbund da gehabt hat. Dabei kann man erleben, wie viel Reichtum in lippischen Kirchengebäuden steckt“, ergänzte er, und fügte hinzu, dass die Landeskirche Wert darauf lege, diesen Reichtum zu erhalten.

Alles andere fasste Brakemeier in einer griffigen „3K-Formel“ zusammen: „Kirche, Kaffee, Konzert, und das alles unter dem Obergriff des vierten „K“, der Kultur“.

Willi Schirrmacher vom Heimatverein Silixen war für die Geschichte der Silixer Kirche zuständig. Er ordnete in der Kirchenführung den Kirchenbau zeitlich in die Entstehung und Entwicklung des Dorfes ein. Demnach wurde 1501 der älteste Teil der Kirche, der Turm, gebaut: „Ein Schmuckstück aus der Spätgotik, aus dem man mit viel Mühe später den Spitzbogen rausgemeißelt hat, um die Tür eckig zu machen“, erklärte er den interessierten Besuchern. Spuren der Zeit im Turm und an der Außenmauer, die alte Säule des Taufbeckens, das Grabkreuz von Adam Zeiß – Schirrmacher führte spannend und kenntnisreich durch und um die Kirche.

Nach Kaffee und Gedankenaustausch waren die Besucher bereit für das dritte K, das Konzert. Wolfgang Westphal, Kreiskantor des Landkreises Schaumburg, spielte Werke von Johann Sebastian Bach und César Franck auf einer Orgel, von der Schirrmacher zu berichten wusste, dass sie noch einige Register aus ihrer Bauzeit um 1718 enthält. Für die Besucher, die sich auf den ersten Orgelsommer-Tag einließen, war der Sonntagnachmittag in Silixen spannend, lehrreich und entspannend zugleich, und er machte Lust auf mehr. Die nächsten Termine: Sonntag, 20 Juli, 15 Uhr, Ev. Kirche Barntrup; Sonntag, 27. Juli, 15 Uhr, Kirche Almena. Weitere Informationen: www.lippische-landeskirche.de.

02.07.2008

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