Missionswerk gründet Stiftung für Hilfe in Afrika

Die Norddeutsche Mission hat eine Stiftung für die Arbeit
mit ihren westafrikanischen Partnerkirchen gegründet. Durch ihre Zinserträge solle langfristig die Hilfe für Menschen in Ghana und Togo auf eine verlässliche Basis stellen, sagte Präses Harald Bollermann am Montagabend in Bremen. Das 1836 von lutherischen und reformierten
Christen gegründete Missionswerk mit Sitz in der Hansestadt ist ein Zusammenschluss von zwei afrikanischen und vier deutschen Kirchen, darunter auch die Lippische Landeskirche.

Die Stiftung verfügt nach Angaben von Projektreferent Wolfgang Blum bereits über einen Kapitalstock von 212.000 Euro. Bis Ende des Jahres könnten es 300.000 Euro sein, hieß es.
Knapp die Hälfte des Jahresbudgets der Norddeutschen Mission, das rund 1,3 Millionen Euro beträgt, wird als Zuschuss von den deutschen Partnerkirchen gezahlt. Ein Großteil des Etats speist sich jetzt schon aus Spenden, Drittmitteln und Zinseinnahmen.
Aufgrund zurückgehender kirchlicher Zuschüsse musste die Geschäftsstelle in Bremen nach eigenen Angaben innerhalb von zehn Jahren den Haushalt um gut 30 Prozent reduzieren.
Die Subventionen für die afrikanischen Kirchen seien schweren Herzens um 22 Prozent gekürzt worden, sagte Generalsekretär Hannes Menke. Die Stiftung ermögliche es, längerfristig zu planen und zu arbeiten. Besonders Programme wie etwa der Kampf gegen den Kinderhandel in Togo, Aufforstungsprojekte und Initiativen zur Aids-Prävention bräuchten einen langen finanziellen Atem.
Im vergangenen Jahr wies der Geschäftsbericht 32 laufende Selbsthilfeprojekte in Mission und Entwicklung aus, 25 kamen neu hinzu. In Deutschland gehören die Bremische Evangelische Kirche, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, die Evangelisch-reformierte Kirche und die Lippische Landeskirche zur Norddeutschen Mission. Die Evangelisch-Presbyterianische Kirche von Togo mit etwa 250.000 Mitgliedern und die Evangelisch-Presbyterianische Kirche Ghana mit geschätzt 160.000 Mitgliedern sind gleichberechtigte Partner.

06.06.2008 epd

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