„Eine große Wohltat“

Superintendent i.R. Walter Stock vor 50 Jahren ordiniert

Superintendent i.R. Walter Stock

Dörentrup. Wenn Walter Stock von seinen 38 Jahren im Pfarramt in Hillentrup und Spork-Wendlinghausen spricht, dann spürt man seine tiefe Zufriedenheit: „Ich bin gerne Pastor gewesen. Der Umgang mit vielen Menschen hat mir immer Freude gemacht“. 50 Jahre ist es jetzt her, dass Walter Stock ordiniert worden ist.

„Das Theologiestudium und das Pfarramt sind mir zugewachsen“, so beschreibt der 76-jährige seinen Weg in den Beruf des Pfarrers. In seinem Geburtsort Silixen sei er bereits von Kindheit an mit der Nähe zur Kirche groß geworden, besonders der „sehr gute und schöne Kindergottesdienst“  ist ihm in Erinnerung geblieben.

Studiert hat Stock in Bethel, Göttingen und Bonn, ordiniert wurde er 1958 in Silixen. Sein erstes Pfarramt führte ihn 1959 gleich nach Hillentrup und von hier sollte er nicht mehr weggehen. Anfangs war er für den Pfarrbezirk Spork zuständig, der dann in seiner Zeit zur selbständigen Kirchengemeinde Spork-Wendlinghausen wurde. In dieser „ihrer“ Gemeinde haben sich Walter Stock  und seine Frau Gisela so zu Hause gefühlt, dass sie die Gegend auch nach Eintritt in den Ruhestand nicht verlassen haben. Heute leben beide zufrieden in einem ruhig am Rande von Hillentrup gelegenen Haus. Und hier geht Walter Stock neben der Theologie seiner zweiten Leidenschaft nach: der Liebe zur Literatur. Besonders angetan haben es ihm unter anderem Hölderlin, Fontane, Goethe und vor allem Eichendorff: „Mein Leib-und- Magen-Dichter.“ Walter Stock schreibt seit vielen Jahren auch selber Gedichte, absolviert gerade sogar ein germanistisches Fernstudium „Das lyrische Schreiben“, das ihm ausgesprochen Spaß macht: „Jetzt im Ruhestand kann ich alles mit Atem machen, mit Zeit, das ist eine große Wohltat. Früher im Dienst war ich ein Abbrecher, immer wenn ich etwas angefangen hatte, kam etwas anderes dazwischen.“ Das verwundert nicht, schließlich war Stock lange Jahre Superintendent der Klasse Bösingfeld und Vorsitzender des Landesverbandes für Kindergottesdienst. Als Pfarrer in Spork-Wendlinghausen war er für seine Gemeindeglieder immer ansprechbar: „Wir haben nie einen Anrufbeantworter gehabt. Wenn ich nicht da war, ist meine Frau ans Telefon gegangen.“ Denn das Pfarramt mit seinen vielfältigen Aufgaben sei ein unruhiges Leben. „Aber es ist interessant und anregend. Langweilig wird das nie, dafür ist gesorgt.“ 

Zu beiden Kirchengemeinden, Hillentrup und Spork-Wendlinghausen, pflegt das Ehepaar Stock ein gutes Verhältnis. „Wir gehen in Hillentrup gerne zu Pfarrer Oberkrome in den Gottesdienst und sind dankbar, dass wir Pfarrerin  Rieke-Kochsiek in Spork-Wendlinghausen haben. Walter Stock zwinkert: „In der Kirchengemeinde Hillentrup sind wir gern gesehene Gäste, in Spork sind wir zu Hause.“

16.04.2008

  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Windows Live