Vielfalt und Vitalität

Frauen bereiten sich vor auf den Weltgebetstag am 7. März

Christa Goeken vom Eine-Welt-Laden Alavanyo stellte Rezept und Zutaten einer „Guyana-Reispfanne“ vor.

Kreis Lippe/Detmold. Mit einem Informationsabend im Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Detmold am Montag, 28. Januar, bereiteten sich knapp 60 Frauen auf den ökumenischen Weltgebetstag am 7. März vor. Der Weltgebetstag lädt in mehr als 170 Ländern ein zu Gebeten, Liedern und Berichten aus Guyana, einem der kleinsten und ärmsten Länder der Karibik im Norden Südamerikas.

Die in der Lippischen Landeskirche für Frauenarbeit zuständige Pfarrerin Annette Wolf und die Religionspädagogin Maria Beineke-Koch von der katholischen Kirche gaben theologische Hinweise und praktische Ratschläge für die Gestaltung der Gottesdienste zum Weltgebetstag, der unter dem Motto steht „Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen“.
Die von Frauen aus Guyana erarbeitete Liturgie stellt das Buch Hiob in den Mittelpunkt des Gottesdienstes, berichtete Annette Wolf. Die Hiobsgeschichte sei in Lateinamerika bekannter und geläufiger als in Europa, wo man die im Buch Hiob geführte Glaubensdiskussion oft auf den Begriff Hiobsbotschaft, also das Erfahren von Leid, reduziere. Annette Wolf erläuterte, dass sich Unglückserfahrungen, zum Beispiel in Form von Armut, Aids oder Unterdrückung, für Menschen in Lateinamerika häufig sehr viel bedrohlicher und existenzgefährdender als in Europa darstellten. Lateinamerikanische Christen könnten deshalb das Schicksal Hiobs sehr gut nachempfinden, der mit Gott ein Streitgespräch über das von ihm zu erduldende Unglück führe. Aus der anspruchsvollen Liturgie des Gottesdienstes zum Weltgebetstag gehe hervor, so Pfarrerin Wolf, dass es ein Recht der Menschen sei, schuldlos erfahrenes Leid und erlittene Ungerechtigkeit zu beklagen. Aus dieser Klage und wurzelnd im Glauben könne „neues Verstehen“ wachsen, zog Wolf die Verbindung zum Weltgebetstagsmotto.
Maria Beineke-Koch schlug vor, die Gottesdiensträume zum Weltgebetstag mit blauen und grünen Tüchern zu schmücken, die den Wasser- und Waldreichtum Guyanas versinnbildlichen sollen. Sie zeigte den Frauen Gesten und Tänze, um mit diesen Bewegungselementen Weisheit und Ehrfurcht zu symbolisieren. Weitere Dekorationsmöglichkeiten seien gefaltete Papierblumen, da Guyana als Land der Seerosen gelte, und Drachen aus Buntpapier, die in dem Karibikstaat sehr beliebt seien.
In den von Annette Wolf und Maria Beineke-Koch vorgestellten Liedern spiegelten sich die Religionsvielfalt und die Vitalität Guyanas wider. Die Melodien erinnerten an protestantische, katholische und evangelisch-methodistische Ursprünge. Zusammen mit ihrer europäisch-amerikanischen, afrikanischen oder typisch karibischen Rhythmik legten die Lieder Zeugnis davon ab, dass Guyana als Einwanderungsland ein „Schmelztiegel der Völker, Kulturen und Religionen“ (Beineke-Koch) ist. Etwa die Hälfte der Bevölkerung stammt ursprünglich aus Indien. Ein Drittel der Guyaner kommt aus Afrika. Mischlinge sind mit zehn Prozent, indigene Völker mit neun Prozent sowie Europäer und Chinesen mit weniger als einem Prozent vertreten.
Im Anschluss an die Gottesdienste kann dann zu einem „karibischen Imbiss“ eingeladen werden. Das Team des Detmolder Eine-Welt-Ladens Alavanyo stellte das Rezept und alle Zutaten einer „Guyana-Reispfanne“ vor: im Wesentlichen Naturreis, Gewürze und Kokosmilch - alles original aus Guyana und fair gehandelt. Weniger aufwändig sind die alkoholfreien karibischen Cocktails, die Maria Beineke-Koch servierte: der „Karibik Shake“ aus Bananen- und Zitronensaft, aufgefüllt mit Bitter Lemon und der „Regenwald-Traum“ aus Kokosmilch, Mangosirup und einem Spritzer Sahne.

30.01.2008

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