Fördermittel vergeben

Spendenparlament Lippe vergibt fast 10.000 Euro für soziale Projekte

Kreis Lippe/Detmold. Das Spendenparlament Lippe hat auf seiner Sitzung am Montag, 22. September, in Bad Salzuflen rund 10.000 Euro für soziale Projekte und Initiativen in Lippe vergeben. Die Mitglieder waren in den neuen Beratungsräumen des Blaukreuz-Zentrums Lippe zusammengekommen, um über die Vergabe der Gelder zu entscheiden.

Mit 2000 Euro fördert das Spendenparlament die Interessengemeinschaft von Angehörigen Psychisch Kranker in Lippe e.V. Das Geld fließt in ein Arbeitsprojekt für Menschen mit psychischer Erkrankung in der Caféteria des Detmolder Gymnasiums Leopoldinum.

Die Hörbehinderten-Selbsthilfegruppen beim Verein Hilfe zum Weiterleben erhalten 2000 Euro zur Anschaffung eines Laptops und eines Beamers zur Verbesserung der  Kommunikation mit Schwersthörbehinderten.

Die Ausgabe der Ostlippischen Tafel e.V.  in Barntrup, die seit 5 Jahren Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, erhält 1.200 Euro, die neue Ausgabestelle der Tafel in Bösingfeld als Starthilfe 2.500 Euro. Das Arbeitslosenzentrum des Vereins Arbeit-Wohnen-Bildung (awb e.V.) in Bad Salzuflen bekommt Gelder für ein regelmäßiges Treffen für Langzeitarbeitslose, das den Austausch fördern und Hilfe zur Selbsthilfe bieten will. Das Spendenparlament gibt hier 1000 Euro dazu.

Die Lippische Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V.  will für  Kinder, die durch die Trennung der Eltern belastet sind, Hilfen in Form von spieltherapeutischen Sitzungen oder auch kindertherapeutisch begleiteten Gruppen einrichten. Dies unterstützt das  Spendenparlament mit 1.200 Euro.

Das Spendenparlament Lippe kann in diesem Herbst auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Es ist eines von aktuell 13 Spendenparlamenten in Deutschland. Die Idee kam in den 90er Jahren aus Hamburg, dort hatte der damalige Diakonie Chef und heutige Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesregierung und der Europäischen Union, Stephan Reimers, das erste Spendenparlament ins Leben gerufen und einen großen Erfolg erzielt. Das Hamburger Spendenparlament zählt etwa 3000 Mitglieder.

Die Lipper ließen sich von dieser Idee begeistern und gründeten ihr eigenes Spendenparlament, das rund 160 Mitglieder hat. Insgesamt sind bis heute mit rund 130.000 Euro unter anderem Hilfs- und Fördermaßnahmen für Obdachlose, Frauen und Mädchen in Notsituationen, Kinder aus Flüchtlingsfamilien, lernbehinderte Schüler und Suchtkranke in Lippe unterstützt worden. So hat das Blaukreuz-Zentrum Lippe, in dem das Spendenparlament zu Gast war, im Frühjahr Fördermittel für die Anschaffung eines Fahrzeuganhängers erhalten. Die Mitarbeitenden des Blaukreuz-Zentrums geben auf vielfältige Weise suchterkrankten Menschen in Lippe, die Hilfe benötigen, Beratung und Unterstützung im Alltag. Der Anhänger, dessen Anschaffung mit 2.500 Euro gefördert wurde, wird für Umzüge im Bereich des Betreuten Wohnens sowie in der Präventionsarbeit und im Freizeitbereich zum Transport von Booten für gemeinsamen Wassersport  eingesetzt. Albrecht Aupperle, Leiter des Blaukreuz-Zentrums Lippe: „Im Freizeitbereich können Menschen positive Lebenserfahrungen entwickeln und Kontakte knüpfen. Wir versuchen, sie in Kirchengemeinden oder Vereine zu integrieren.“

Das Spendenparlament Lippe tagt zweimal jährlich, um über die Vergabe der Fördergelder zu entscheiden. Die rund 160 Mitglieder zahlen eine Jahresspende von mindestens 62 Euro. Dadurch erhalten sie Sitz und Stimme im Parlament. Wer sich für die Arbeit des Spendenparlaments Lippe interessiert, kann sich informieren im Internet unter www.spendenparlament-lippe.de oder bei der Geschäftsführerin Ruth Gantschow unter Tel.: 05231/976650.

24.10.2007

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